Hallo ihr Lieben!
Nach 22 Tagen in Ghana komme ich nun auch mal dazu einen Blogpost zu schreiben, man denkt immer gar nicht, wie viel Arbeit das eigentlich ist. Ich lebe nun seit drei Wochen in Dodowa, einem kleineren Ort mit vielen kleinen Ständen und Märkten und kann nicht ganz beschreiben wie es sich anfühlt: Zum einen kann ich kaum glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist, zum anderen habe ich auch schon viel unternommen und Familie, Freunde lange Zeit nicht mehr gesehen. Die ersten Tage, Wochen waren nicht einfach, da hier so ziemlich alles anders ist: Essen, die Unterkunft, Hygiene, Gastfamilie, andere Freiwilligen, die Hitze, das ständige Englisch sprechen, auch hatte ich einige Komplikationen mit meinem Handy und auch sich erstmal an den Englisch Dialekt zu gewöhnen ist nicht zu unterschätzen.
Dafür, dass ich eigentlich mit meinen genauen Vorstelung das Land betreten habe und erstmal mit Situationen überrascht würde, habe ich auch erstmal eine Zeit gebraucht, um mich überhaupt an den Lebensstil und die Gewohnheiten hier zu gewöhnen und kann auch nicht behaupten, dass ich mich bis jetzt an alles gewöhnt habe. Gerade unter den Freiwilligen ist es nicht einfach, da jeder kommt und geht. Die meisten Freiwilligen bleiben nur zwischen vier und acht Wochen, ein paar andere zwölf Wochen, aber mit 16 Wochen toppe ich hier alles! Um es zusammen zufassen ist man hier sehr auf sich alleine gestellt, was nicht schlimm ist, aber man muss sich erstmal zurecht finden!
Mein Projekt Public Health in dem ich bis jetzt jeden Tag gearbeitet habe, hat sich tatsächlich so herausgestellt wie ich es erwartet habe: ich kann sehr viel selbst machen, wenn nicht sogar alles und somit auch tatsächlich helfen! Das Projekt beginnt meistens gegen 9 Uhr, dann fahren alle Freiwilligen mit einem Betreuer zu Schulen oder Communities, testen Malaria oder Hepatitis B und geben einmal im Monat soganennate „Health Talks“, in denen wir an Schulen mit akindern über HIV, Malaria, Hygiene oder Ernährung diskutieren. Oft sind wir in Dodowa an Schulen tatig oder in anliegenden Orten, manchmal auch in den nahegelegen Bergen. Wenn wir Vorort angekommen sind behandeln wir die Wunden der Kinder. Meistens sind diese kleiner, es gibt auch auch einige Ausnahmen, die durch Hinfallen, Verbrennungen, Scherben, Aufkratzen von Moskitostichen etc zustande kommen! Es ist sehr interessant zu sehen, wie der Heilungsprozess der Wunde manchmal innerhalb einer Woche, manchmal mehrerer vonstatten geht und wie man als einzige Person diesen Heilungsprozess beeinflusst! Dennoch ist jede Wunde ähnlich zu behandeln und somit bekommt man schnell eine Routine! Ob ich zwei Monate in dem Projekt arbeiten werde, weiss ich noch nicht, da es doch jeden Tag ähnlich ist und eine kleine Abwechslung manchmal nicht schlecht wäre!
Deshalb bin ich auch schon sehr auf das Projekt im Krankenhaus gespannt! Dort kann ich im Gegensatz zum Public Health Projekt eher wenig bewirken, dennoch sehr, sehr viel lernen, da man in jeglichen OP’s anwesend ist und die Ärzte auf Trapp begleitet! Fragen stellen ist hier also sehr essentiell! Da die meisten anderen Freiwilligen im Krankenhaus arbeiten, weiss ich auch schon in welchen Abteilungen ich gerne arbeiten würde: Geburtshilfe, Notaufnahme und vielleicht in der Kinderabteilung oder Anästesie. Ghana ist ein sehr abwechslungsreiches Land und deshalb macht es auch immer wieder Spaß neue Dinge zu entdecken, an neue Orte zu fahren. Die Wochenenden, die ich bis jetzt hier verbrachte habe, bin ich bis jetzt immer verreist. Meistens an nahegelegene Strände oder Städte, die man aber mit dem TroTro auch erst in vier bis sechs Stunden erreicht. Übernachtet wird meistens im Hotel, und morgens früh aufgestanden, damit man viel am Tag Unternehmen kann. Generell ist es hier sehr billig: 1 Euro sind 5 Ghana Cedi, und trotzdem schätzt man jeden Cedi, der eigentlich nur 20 Cent wert ist. Somit zahlt man teilweise für einen Wochenendausflug mit Unterkunft und Essen nur 45 Euro. Freiwillige zu finden, mit denen man verreisen kann ich nicht schwer, da man im selben Boot sitzt und lieber in einer größeren Gruppe verreist!
Obwohl ich erst gute drei Wochen hier bin, denke ich, dass mich die Zeit aufjedenfall in einer Art und Weise prägen wird. Ich glaube so eine Reise in so eine komplett andere Kultur für so lange Zeit mache ich nur einmal im Leben und werde wahrscheinlich auch in zehn Jahren noch darauf zurück schauen und froh darüber sein, dies gemacht zu haben. Natürlich denke ich auch daran manchmal lieber zu Hause in meinem Bett zu liegen mit lecken Essen und Wlan, aber wahrscheinlich werde ich genau das mehr Wert schätzen, wenn ich zurück komme. Teilweise ist es herzzerbrechend, was man hier sieht: viele sehr arme Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben und um jeden Cedi betteln; schwer kranke Kinder, deren Eltern Medikamente für spirituell halten und diese ihren Kindern nicht verabreichen; Waisenkinder die schreckliches erlebt haben und mental krank sind. Trotz allem Elend, ist man hier glücklich! Wenn man überlegt, aus welchen Gründen man in anderen, weit entwickelteren Ländern unglücklich ist, dann ist es nicht mit Afrika zu vergleichen! Die Ghanaer sind ein sehr offenes, freundliches und das religiöseste Volk auf der ganzen Welt. Grüßen ist hier sehr wichtig und man kommt auch sehr schnell mit den Ghanaern ins Gesprach, es wird einem immer geholfen. Dennoch sollte man als Weißer immer vorsichtig sein, gerade bei Nacht. Es ist schon etwas besonderes weiß zu sein, gerade in dem kleinen Ort, in dem ich wohne, sehen die Einheimischen nicht viele weiße Personen. Es wird einem ständig „Oburoni“ hinterhergerufen , was so viel bedeutet wie „Weißer“. Alleine sollte man also nicht unterwegs sein, da es schon gefährlich sein kann.
Ich hoffe Einblick in mein neues Leben für die kommenden drei Monate war fürs Erste ausreichend und hat ein paar offene Fragen beantwortet und einen Eindruck hinterlassen! Natürlich folgt weiteres!
Bis bald
Rebecca
Toll was du alles erlebst😘 Viel Spaß und halt uns auf dem Laufenden🤗
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Liebe Becca, ich freue mich so von Dir und deinen Erlebnissen zu hören und das es Dir gut geht. Sehr interessanter Bericht den Du da geschrieben hast, sehr informativ und gibt uns einen Eindruck von deinem Leben in Ghana, Pass auf dich auf und schrieb bald mal wieder, dein Önkelchen.
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